Claire Adam „Was uns immer bleibt“

Ein Fehltritt während des Karnevals – als 16jährige gibt sie ihr Kind zur Adoption frei.
Und doch schleicht sich der Gedanke an ihr erstes Kind immer mehr in ihre Gedanken, bis sie als 40jährige zu suchen beginnt. Claire Adam hat einen ungemein berührenden Roman geschrieben.
Die Icherzählerin Dawn wächst in einer wohlhabenden Familie in Trinidad auf. Rückblickend erzählt sie, inzwischen Ende 50, von ihrer Familie, den Brüdern und dem Schweigen, das über allem liegt, was ihre allzu frühe Schwangerschaft von 1980 angeht: der Pakt. Als junge Erwachsene geht sie nach London nach ihrem Medizinstudium, heiratet und bekommt zwei Söhne. Ihr Mann Rob erfährt erst spät von Dawns erstem Kind, die Beziehung bekommt Risse und die Ehe wird geschieden. Dawn kämpft gegen ihre Schuldgefühle und beginnt, nach ihrem erstgeborenen Kind, einem Mädchen, das sie irgendwo bei Nonnen zur Welt gebracht hat, zu suchen: zuerst per Brief, später in Adoptionsforen, auf facebook. Immer wieder reist sie nach Hause zu ihrer Familie in Trinidad, bis sie am Ende loslassen kann.
Claire Adam ist selbst in Trinidad aufgewachsen und schreibt in diesem Familienroman auch viel über die Veränderungen der Karibikstaaten. Ihr Roman ist klassisch erzählt, mit wunderbar atmosphärischen Natur- und Umgebungsbeschreibungen und feinsinnigen Darstellungen der Familienmitglieder. Auch die detailgenauen Alltagsbeschreibungen fesseln bei der Lektüre.
Wer Elizabeth Strout liest, wird diesen Roman lieben, der 2025 für den Booker Prize nominiert war.
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