Elizabeth Strout „Erzähl mir alles“

Die amerikanische Autorin und Pulitzerpreisträgerin Elizabeth Strout ist eine leise Erzählerin, der auch wir gern unsere Geschichten anvertrauen würden. Es ist der warmherzige Blick auf ihre Figuren, auf die Traurigkeit in manchen Leben, was den beachtlichen Reiz ihrer Bücher ausmacht.
Main ist eine Lebenslandschaft, die in die Menschen dringt, heißt es im Roman. Lange schneereiche Winter und feuchtwarme Sommer und ein goldener Schimmer im Herbst –und so folgt man den Figuren in den lose verbundenen Geschichten gern durch ein Jahr in der kleinen Stadt Crosby. Die pensionierte Mathelehrerin Olive Kitteridge lebt im Seniorenheim, Typ altersfrech und forsch in der Art, und lernt nun endlich die Schriftstellerin Lucy Barton kennen. Gegenseitig erzählen sie sich dramatische Geschichten aus dem Leben anderer – es sind dies lebenskluge, philosophische Gespräche, die manches anklingen lassen. Ebenso wie die Spaziergänge und der rege Austausch zwischen Bob Burgess, dem ehemaligen Anwalt, und Lucy. Sie sind Freunde, und manchmal auch ein bisschen mehr.
Ein Roman voller Geschichten hat Elizabeth Strout geschrieben, voller Menschen, die sich nach Verbundenheit sehnen. Vor dem Hintergrund der Pandemie, des Ukrainekrieges und der amerikanischen Gegenwart – dem Riss durch das Land – schafft Strout mit Empathie und Behutsamkeit einen berührenden Kosmos.
„All diese unbeachteten Leben, und die Menschen leben sie einfach!“ – hier finden sie Beachtung!
Dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy












