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John Lanchester „Die Mauer“

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John Lanchester, Die Mauer

Im Mittelalter haben sich Städte mit hohen Mauern vor ihren Angreifern geschützt. Heute – im Zeitalter weltweiter Vernetzung – sind Mauern wieder ein Thema. John Lancaster hat dazu einen spannenden wie düsteren Roman geschrieben: „Die Mauer“.

Die Welt nach dem Wandel: Joseph Kavanagh muss wie alle jungen Männer und Frauen seine zwei Jahre Dienst in Tag-und Nachtschichten ableisten, in steter Erwartung eines Angriffs durch die ‚Angreifer’, die über das Meer kommen. Zwei Elemente vermischen sich zu grauem Alltag: Zeit und Mauer. Dazu kommen die Kälte, das Wasser und der Himmel, die ewiggleiche Ansicht. Es geht ums Überleben, hier wie dort.

Die Mauer ist 10.000 km lang und umschließt England, schottet das Land ab, das sich nach der Klimakatastrophe verändert hat: es gibt keine Strände mehr, Roboter und Drohnen sind im Einsatz, ‚Dienstlinge’ verrichten die einfachen Arbeiten, es gibt Atomstrom und jeder hat einen Chip implantiert.

Die Welt ist vor die Wand gefahren, die ältere Generation ist schuldig geworden und hat eine Welt zugelassen, wie sie niemand will. Auch Joseph nicht, der sich auf der Mauer in Hifa verliebt und mit ihr eine Familie gründen möchte.

John Lancaster hat einen hochaktuellen wie mitreißenden Roman geschrieben, der einen das Fürchten lehren kann, denn Korruption und Überläufer gibt es auch in dieser Dystopie. Ein dichter Text, genau und emotionslos geschrieben, und doch berührt John Lancaster mit einer Wucht, weil er genau die Themen aufgreift, die uns alle derzeit bewegen. Und genau wie seinerzeit Orwell und Huxley eine Zukunft vorstellbar werden lässt, die nur gruselig ist.

ISBN 978-3-608-96391-5     € 24,-

 

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