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Hans Pleschinski „Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette“

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Historische Themen haben ihn immer schon begeistert und sind Gegenstand seiner Bücher geworden. Nun hat der Münchner Autor Hans Pleschinski einen neuen Schatz aus einer untergegangenen Welt gehoben: die Memoiren der Kammerfrau der französischen Königin Marie Antoinette.

Henriette Campan kam fünfzehnjährig zunächst als Vorleserin für die drei Töchter Ludwigs XV 1768 an den Hof von Versailles und wurde wenige Jahre später die Kammerfrau und engste Vertraute von Marie Antoinette, der schönen und tragischen französischen Königin aus dem Habsburger Haus. Erst im hohen Alter hat Henriette Campan ihre Memoiren verfasst (1822): ein literarisches, auch intimes Kleinod, das authentisch Auskunft gibt über eine längst versunkene Epoche: das Leben und die strenge Etikette am Versailler Hof, die zahllosen Affären und Intrigen, todbringende Krankheiten und gefährliche Missgeschicke: “An einem Hof wird alles bekannt.“

Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Zeit der Sonnenkönige ist am Verblassen, Verschwendungssucht lässt das französische Volk leiden und schließlich aufbegehren und mit der Revolution den Grundstein für die moderne Gesellschaft legen.

Henriette Campan urteilt in ihren Erinnerungen durchaus eigenständig, hat einen kritischen Blick auf ihre Königin und weiß genau um die politischen und persönlichen Ränkespiele am Hofe. Ihr Stil ist beeinflusst von der französischen Literatur jener Zeit und vermutlich auch von der Prosa Voltaires, wie Pleschinski erläutert.

Campans bewegte Erinnerungen sind bis heute Grundlage für das Wissen über die französische Königin, von der Hans Pleschinski von Kindheit an fasziniert ist. Nun hat er diese Memoiren vorbildlich elegant ins Deutsche übersetzt und klug kommentiert und mit einem Nachwort versehen: ein bedeutungsvolles Zeugnis einer Epoche kann nachgelesen werden!

ISBN 978-3-40683715-9   € 26,-

 

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