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Emily Barr „Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden“

Empfehlungen
Emily Barr "Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden"

Die 17-jährige Flora leidet an retrograder Amnesie und behält kein Ereignis, das nach ihrem zehnten Lebensjahr stattgefunden hat, im Kopf. Eines Abends küsst Flora den Jungen Drake – und kann sich überraschenderweise daran erinnern.

In Flora keimt die Hoffnung, dass ein Zusammensein mit ihm ihr möglicherweise ihr Erinnerungsvermögen wiederbringen könnte, doch dummerweise verlässt Drake bereits am nächsten Tag die Stadt, um sein Studium am Nordpol anzutreten.

Als ihre Eltern wenig später gezwungen sind, für eine Woche wegzufahren, nutzt Flora die Chance und macht sich auf den Weg, um Drake und ihr Gedächtnis zu finden. Lediglich bewaffnet mit einem prall gefüllten Notizbuch und Kritzeleien auf ihren Armen reist sie zum Nordpol, nicht wissend, dass sie damit nicht nur ihr eigenes Leben völlig auf den Kopf stellen wird…

Ein außergewöhnliches Buch, das nicht nur aufgrund seiner besonderen Erzählart in Erinnerung bleibt. Emily Barr gelingt es, Floras Innenleben für den Leser völlig transparent zu machen, ihn viel mehr wissen zu lassen als Flora und dennoch am Ende alles ganz anders sein zu lassen als man es erwartet. Großartig!

Empfohlen ab 14 Jahren.

ISBN 978-3-8414-4007-5, € 16,99

dieses Buch empfiehlt Jessica Rischmüller


Lauren Oliver „Panic – Wer Angst hat, ist raus“

Empfehlungen
Lauren Oliver "Panic - Wer Angst hat, ist raus"

„Panic“ ist ein Spiel – ein Spiel, das die Abschlussklasse jedes Jahr spielt. Dafür wird das ganze Jahr über Geld gesammelt und der Gewinner bekommt alles: 67.000 $.

Trotzdem will Heather nicht teilnehmen, denn „Panic“ verlangt eine Menge Mut und einen gewissen Hang zur Selbstzerstörung. Doch dann macht Heathers Freund genau an dem Abend mit ihr Schluss, als das Spiel anfängt, und Heather hat nichts mehr zu verlieren. Als nächstes muss sie von einer Klippe springen, in ein Haus einbrechen und mit geschlossenen Augen eine Straße überqueren. Und das Spiel geht weiter, bis nur noch der Gewinner übrig ist…

Lauren Oliver ist wieder ein geniales Buch gelungen, in dem es eigentlich um etwas ganz anderes geht, als man auf den ersten Blick meint. Denn im Vordergrund stehen wieder die Beziehungen der Protagonisten zueinander und die Veränderung, die Heather vollzieht.

Und gerade das ist so spannend und unterhaltsam erzählt, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen mag.

Empfohlen ab 13 Jahren.

ISBN 978-3-551-31636-3, € 8,99

dieses Buch empfiehlt Denise Rieger


Braunstein/Pépin/Kluy „1 Kilo Kultur“

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Braunstein/Pépin/Kluy "1 Kilo Kultur"

„Eine Investition in Wissen gibt immer noch die besten Zinsen“, hat Benjamin Franklin mal gesagt. Und da kommt ein neues Kompendium der Allgemeinbildung gerade recht: „1 Kilo Kultur“ bietet einen guten Überblick über die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis heute. In klarer Gliederung und überzeugender Aufteilung kommt dieses gewaltige Buch daher, das sich zum Schmökern ebenso eignet wie zum Nachschlagen oder Nachlesen. Die Vor- und Frühgeschichte wird ebenso erklärt wie der Manierismus der Renaissance, das mittelalterliche Russland oder England im 17. Jahrhundert. Es geht um Kunst, Politik und Picassos Stierkopf genauso wie um die Entstehung der DDR, Mitterand und die Konfliktherde des Nahen Ostens. Auch der Philosophie nach 1945 ist ein Kapitel gewidmet, und die Einträge zur Literatur in Amerika, Russland und Europa bringen viel Information auf den Punkt. Das wichtigste Wissen in einem Band – nur Franzosen können so etwas wagen, sind sie doch Spezialisten für enzyklopädisches Wissen. Florence Braunstein und Jean-François Pépin sind Lehrende an Universitäten und haben mit diesem Band wirklich Großartiges geleistet. Für die deutsche Ausgabe hat Alexander Kluy wichtige Beiträge geschrieben, und die Übersetzung von Nikolaus de Palézieux ist exzellent gelungen. Ein Kilo Kultur in erfrischender Aufmachung und alles drin – phantastisch!

ISBN 978-3-406-70597-7, € 28,80

dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy


E.O. Chirovici „Das Buch der Spiegel“

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E.O. Chirovici "Das Buch der Spiegel"

Der Literaturagent Peter Katz erhält ein unangefordertes Manuskript und ist von Beginn an begeistert. Richard Flynn, der Autor, berichtet aus eigener Hand von einem ungeklärten Mordfall, der sich ein Vierteljahrhundert zuvor an der Princeton Universität ereignete. Damals wurde der berühmte Professor Joseph Wieder brutal erschlagen und nachdem alle Spuren im Sand verlaufen waren, scheint Flynn nun die Aufklärung des Falls liefern zu können. Als der Literaturagent ihn jedoch kontaktiert, um den Rest des Manuskripts anzufordern, ist Flynn zwischenzeitlich verstorben und der Rest seines Buchs unauffindbar.

Peter lässt die Geschichte keine Ruhe: Auf seine Bitte hin beginnt der befreundete Journalist John Keller tiefer zu graben und die weiteren im Manuskript erwähnten Personen ausfindig zu machen. Je mehr er dabei jedoch zutage fördert, desto undurchsichtiger und verworrener wird das Ganze …

Am Ende bleibt nur eine Gewissheit: Die Wahrheit ist so vielfältig wie die Menschen, die sie erzählen.

Ein fantastischer Roman, der gekonnt die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhält und den Leser ebenso sehr packt, wie Flynns Manuskript Peter Katz in den Bann zog.

ISBN 978-3-442-31449-2, € 20,-

dieses Buch empfiehlt Jessica Rischmüller


Peter May „Beim Leben deines Bruders“

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Peter May "Beim Leben deines Bruders"

Nach seiner Scheidung hat Fin Macleod den Job bei der Polizei in Edinburgh gekündigt und kehrt zurück auf die Isle of Lewis, um den heruntergekommenen Bauernhof seiner Eltern auf Vordermann zu bringen und zur Ruhe kommen.

Kaum angekommen, trifft er auf seine Jugendliebe Marsaili, die sich um ihren demenzkranken Vater Tormod kümmern muss, der von seiner Frau einfach vor die Tür gesetzt wurde. Sie bringen ihn in einem Pflegeheim unter.

Mit der erhofften Ruhe ist es für Fin endgültig vorbei, als eine Moorleiche gefunden wird. Zunächst glaubt man, eine gut erhaltene, sehr alte Moorleiche – vielleicht sogar aus der Steinzeit- entdeckt zu haben. Bei der Leichenschau wird allerdings ein Elvis-Presley-Tattoo entdeckt…

DNA-Vergleiche ergeben, dass die junge Moorleiche mit Tormod eng verwandt gewesen sein muss. Seine Tochter weiß allerdings nichts von Familienangehörigen und da der jetzige Tormod an fortgeschrittener Demenz leidet, kann er nicht wirklich weiterhelfen. Peter May greift deshalb zu einem genialen und gelungenen Trick: Er nutzt zwei unterschiedliche Perspektiven: Zum einen nehmen wir an den Ermittlungen aus der Sicht von Fin Macleod teil, zum anderen teilen wir die Erinnerungen von Tormod Macdonald, der erschütternde Details aus seiner Kindheit und Jugend schildert.

Beeindruckend und glaubwürdig gelingt es dem Autor dabei, sich in den dementen Ich-Erzähler hineinzuversetzen, der seine atemberaubende Lebensgeschichte erzählt.

Obwohl Peter May den Kriminalfall nicht aus den Augen verliert, ist dies auch ein großartiger Familienroman und eine Liebeserklärung an die Hebrideninseln Lewis und Harris und ihren ganz besonderen Charme. Fazit: Gekonnt erzählt, wunderbar geschrieben – absolut empfehlenswert!

ISBN 978-3-442-71460-5, € 9,99

dieses Buch empfiehlt Silvia Engel (WeinLese)


Mark Douglas-Home „Sea Detective – Ein Grab in den Wellen“

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Mark Douglas-Home "Sea Detective - Ein Grab in den Wellen"

Cal McGill, seines Zeichens Meeresbiologe, wird beim Einbruch in den Garten eines schottischen Regierungsmitgliedes erwischt. Um auf den globalen Klimawandel aufmerksam zu machen, will er dort eine „Weiße Silberwurz“ pflanzen. Der ermittelnde Detective Ryan glaubt ihm nicht und unterstellt kriminelle Absichten, seine Kollegin Helen Jamieson dagegen mag den unkonventionellen McGill und bittet ihn bei einem kniffligen Fall sogar um Mithilfe: Abgetrennte Füße werden am Meeresufer angeschwemmt und McGill als Spezialist für das Berechnen von Meeresströmungen soll helfen, den Wegen dieses speziellen Strandgutes nachzuspüren.

Neben der Polizeiarbeit hat es Cal mit einem indischen Mädchen zu tun, das zusammen mit einem anderen Jugendlichen von ihren Eltern verkauft, zur Prostitution gezwungen und bis nach Schottland verschleppt wurde. Und: In einem dritten Handlungsstrang muss er tief in seine eigene Familiengeschichte einsteigen und die Vergangenheit seines Großvaters bis in den zweiten Weltkrieg zurückverfolgen.

Meisterhaft versteht es der Autor diese drei Handlungsebenen zusammenzufügen und die Spannung dabei aufrecht zu halten, obwohl es insgesamt ein eher leises und nachdenkliches Buch ist.

Es ist der erste Teil einer geplanten Serie um den Meeresbiologen Cal McGill, einer interessanten und vielschichtigen Persönlichkeit mit einem für einen Krimihelden sehr ungewöhnlichen Beruf.

Auch die Figur der Polizistin Helen nebst mobbendem Kollegen ist sehr gut angelegt, sodass man sich auf weitere Sea-Detective Abenteuer freuen kann.

Sehr empfehlenswert und very scottish!

ISBN 978-3-499-27246-2, € 9,99

dieses Buch empfiehlt Silvia Engel (WeinLese)


Emily Trunko „Ich wollte nur, dass du noch weißt …“

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Emily Trunko "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..."

Briefe versinnbildlichen Kommunikation. Sie sind ein Stück greifbare Nachricht zwischen (zwei) Menschen und haben vor allem in der heutigen Zeit der online-Kommunikation einen besonderen emotionalen Wert. Die meisten Briefe werden naturgemäß abgeschickt und bilden oft die Einzelstücke langer Briefketten. Doch eine unbekannte Anzahl von Briefen, Schriftstücken und niedergeschriebenen Gedanken werden niemals von einer anderen Person als dem Autor in den Händen gehalten. Man kann sich nicht zum Abschicken überwinden oder hatte nie die Absicht, dass der Brief an den Adressaten gelangt. Das Schreiben sollte vielleicht Ordnung in die Gedanken bringen oder das Gefühlschaos beruhigen.

Die erst 16-jährige Emily Trunko aus Ohio hat ein Buch veröffentlicht, das zahlreiche dieser nie verschickten Briefe enthält. Sie rief im März 2015 die Tumblr-Seite Dear my Blank(http://dearmyblank.tumblr.com/) ins Leben, auf der sie zunächst selbstverfasste Briefe hochgeladen hat. Die Website hat sich rasend schnell zu einem Blog entwickelt, auf dem ihre begeisterten Leser ihre eigenen Briefe anonymisiert veröffentlichen. Die User tauschen sich über die Briefe aus und senden virtuelle Unterstützung. Das Internetphänomen wächst täglich, sodass einige der Werke in Buchform veröffentlicht wurden. Dieses Buch enthält in liebevoller Gestaltung Briefe zu den Themen liebes Ich, liebe Welt, Liebe, Freunde, Familie, Herzschmerz, unerwiderte Liebe, Verrat, Verlust und Danke. In vielen, authentischen Briefen findet man sich als Leser wieder und fühlt sich an eigene Ereignisse und Stationen des Leben erinnert. Man lernt einen kleinen Teil Lebensgeschichte von wildfremden Menschen kennen und besinnt sich auf die universellen Themen des Lebens. Die Wahrhaftigkeit des Buches wühlt auf und berührt. Genießen Sie es!

 ISBN 978-3-7855-8608-2, € 14,95

dieses Buch empfiehlt Victoria Effinghausen (Praktikantin)


Dan Vyleta „Smoke“

Empfehlungen
Dan Vyleta "Smoke"

“Stell dir vor, deine dunklen Gedanken könnten sichtbar werden…”
England, Ende des 19. Jahrhunderts: Die Menschen leben in einer Welt, in der sich jeder sündhafte Gedanke als sichtbarer, aus dem Körper tretender Rauch zeigt und Sünder von Kopf bis Fuß in ihrem eigenen Ruß gekleidet sind. Jeder Person ist der Grad ihrer moralischen Verwerflichkeit damit sofort anzusehen… Thomas und Charlie, zwei Schüler eines Elite-Internats, sind in dem Glauben aufgewachsen, dass der höhere Lebensstandard der reichen Oberschicht darin gerechtfertigt ist, dass diese weniger sündhaft lebt – zumindest wenn man deren Menge an Ruß und Rauch mit der des einfachen Volks vergleicht.
Doch dann begegnen die beiden Jugendlichen auf einem Ausflug einigen Menschen, die trotz offensichtlichem Leben in Sünde keinerlei Rauch ausstoßen… Die Suche nach dem Ursprung des Rauchs beginnt und stellt nicht nur die komplette Weltanschauung der beiden auf den Kopf, sondern bringt auch ihre Leben in beträchtliche Gefahr.

Dan Vyletas “Smoke” ist ein Roman, der auf großartige Weise die existenziellen Fragen nach Gut und Böse, Richtig und Falsch, Recht und Unrecht aufwirft. Und obwohl dies Themen sind, die schon vielfach in Büchern behandelt wurden, macht der Rauch als sichtbares Zeichen der Sünde diese Geschichte einzigartig.
Unglaublich lesenswert – bei weitem nicht nur für Fantasy-Fans!

ISBN  978-3-570-58568-9, € 16,99

dieses Buch empfiehlt Jessica Rischmüller


Elena Ferrante „Die Geschichte eines neuen Namens“

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Elena Ferrante "Die Geschichte eines neuen Namens"

Die große Geschichte um die „geniale Freundin“ von Elena Ferrante geht weiter: ungestüm und voll widerstreitender Gefühle, denn nun kommen die Männer ins Spiel…

Elena und Lila, diese beiden sehr jungen Frauen aus einem ärmlichen Vorort Neapels, haben eine besondere Beziehung: ihre Freundschaft ist wechselhaft, und doch gibt sie ihnen zugleich Halt und treibt sie voran. Elena ist nun – erst 16jährig – verheiratet und die Frau eines Lebensmittelhändlers, den sie nicht liebt, ebenso wenig wie seine unlauteren Geschäfte mit den camorrista. Die Ehe ist von Anfang nicht glücklich und geprägt von Missverständnissen und Auseinandersetzungen. Lila hingegen, zurückhaltend und doch lernbegierig, will weiter vorankommen, macht das Abitur und bekommt einen Studienplatz in Pisa. Ihre Zuneigung zu dem Studenten Nino, der politisch umtriebig ist, wird allerdings nicht erwidert. Im Gegenteil: in einem längeren Badeurlaub der beiden Freundinnen beginnt ausgerechnet Elena eine Affäre mit Nino, und der Bruch der beiden jungen Frauen kündigt sich an.

Ferrante macht süchtig, hier liest man Serie! Der direkte, ungeschminkte Erzählstil zieht einen sofort in diese herbe Geschichte zweier ungleicher Freundinnen. Ihre Versuche, sich in einer Zeit zu emanzipieren, in welcher Frauen und Bildung in der ärmeren Bevölkerung nur wenig bedeuten, zeigen Willensstärke – und Widerstand gegen männliche Gewalt und Korruption. Sehr überzeugend!

ISBN 978-3-51842574-9, € 25,-

dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy


Mechtild Borrmann „Trümmerkind“

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Mechtild Borrmann "Trümmerkind"

Als ich erfahren habe, dass von Mechtild Borrmann das Buch „Trümmerkind“ erscheint, war ich etwas skeptisch, da Cay Rademacher vor Jahren schon einmal ein Buch mit dem Titel „Trümmermörder“ herausgebracht hat. Dies Buch hat mir schon gut gefallen und wenn dann ein weiteres Buch mit dem gleichen Thema erscheint, ist es oft schwer zu toppen.

Mechtild Borrmann gelingt dies ausgezeichnet. Sie verknüpft Spannung und historisches Zeitgeschehen perfekt und bringt uns mit der Geschichte des Findelkinds Hanno Dietz die Geschichte des zerstörten Hamburgs 1946/1947 näher.

Mich hat die Geschichte so sehr bewegt, dass wir gleich die Autorin zu einer Lesung am 2.03.17 um 19.30 Uhr zu uns eingeladen haben.

Meine Empfehlung, das Buch unbedingt lesen und dann zur Lesung kommen.

ISBN 978-3-42628137-6, € 19,99

dieses Buch empfiehlt Dirk Eberitzsch


Johannes Bähr „Werner von Siemens“

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Johannes Bähr "Werner von Siemens"

Er gilt bis heute als Vater der Elektrotechnik und wurde am 13.12.1816 in Lenthe geboren – übrigens als drittältester von elf Brüdern: Werner Siemens (das „von“ kam erst 1886, ebenso spät wie seine Liebe zum Harz) hat wie kein zweiter deutscher Firmengeschichte geschrieben, als Erfinder, Unternehmer, Familienmensch und Akademiemitglied. Anlass genug für eine neue Biographie über diesen „deutschen Edison“, der seinen Erfolg auch seinen Brüdern Wilhelm und Carl verdankte, wie Unternehmenshistoriker Johannes Bähr konstatiert.

Reiches Material für sein Buch fand er u.a. in Tausenden erhaltener Briefe – geschäftliche wie private – der drei Brüder. Das Unternehmen – die heutige Siemens AG – gründete Werner Siemens 1847: zu Beginn gab es nur eine kleine Werkstatt und ein frisch patentierter Telegraphenapparat – ein Startup sozusagen. Drahtisolierungen und Wassermesser kamen hinzu, ebenso wie der Dynamo. Man wurde schnell preußischer Monopollieferant und schließlich zu einem internationalen Unternehmen in Sachen Elektrotechnik. Als elektrotechnischer Großbetrieb war Werner von Siemens ein Pionierunternehmer, übrigens war auch die erste elektrische Straßenbahn eine Erfindung von Siemens.

Johannes Bähr hat eine bemerkenswerte Biographie geschrieben: fundiert, gut recherchiert und durch das reiche Bildmaterial auch ein idealer Band zum Schmökern!

ISBN 978-3-406698-20-0, € 29,95

dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy


Simon Beckett „Totenfang“

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Simon Beckett "Totenfang"

Eine Wasserleiche wird vor der Küste von Essex geborgen, und Hunter wird zu diesem Fall hinzugezogen, da er eben der Experte im Interpretieren toter Körper ist. Der Kleidung nach handelt es sich um den Sohn eines reichen (starrköpfigen) Mannes, der eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben soll, die verschwunden ist. Hunter findet kurz darauf einen Fuß und schließlich noch eine Leiche und lernt die Familie Andrew Trask kennen, die in diese schrecklichen Funde verwickelt ist. Ihr Angebot, in ihrem Bootshaus zu wohnen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, nimmt er nur zu gern an, obwohl die Familie ihm sehr unfreundlich begegnet. Die Schwemmlandschaft, in der Hunter und die Polizei unter schwierigsten Bedingungen ermitteln müssen, tut ein Übriges zu dem schaurigen Szenario, dass diesen neuen Fall um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter umgibt.

Simon Beckett hat wiederum einen sehr spannenden Thriller geschrieben, in bester englischer Erzähltradition. Bis zum Schluss wird der Leser immer wieder aufs Neue durch die Ermittlungen überrascht und in Atem gehalten. Ein Krimi der Extraklasse, der aber auch ruhige Momente hat, in denen das Zwischenmenschliche ausgelotet wird. Und: am Ende ist Dr. Hunter verliebt!

Der fünfte Fall um Dr. Hunter – endlich!

ISBN 978-3-80525001-6, € 22,95

dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy