Unsere Buchtipps in der HAZ online
Ab heute werben wir wieder eine Woche lang in der HAZ-Online
für unsere Lieblingsbücher des Monats Mai.



„Die Dienstagsfrauen“ haben mich damals schon sehr erfreut, nun hat Monika Peetz einen neuen Roman geschrieben.
„Sommerschwestern“ spielt in Holland, in Bergen, – beim Lesen hat man Salzgeschmack auf der Zunge und Nordseewind im Haar! Ehrlich!
Vier Schwestern reisen zum Ferienparadies ihrer Kindheit und folgen damit dem Ruf ihrer Mutter.
Was ist von dieser geheimnisvollen Bitte zu halten? Wie lässt sich mit den teils schwierigen Schwesternbeziehungen umgehen? Was ist in der verstörenden Vergangenheit genau geschehen?
Fragen über Fragen!
Der Roman hat eine angenehme Leichtigkeit und lässt einen versöhnt und optimistisch zurück.
Ich hab‘s genossen!
Viel Freude wünscht Mirjam Dralle


Von Missverständnissen und kleinen Glücksmomenten, Lachspasteten und Überraschungen handelt der neue Roman von Anne Tyler, die immer wieder auf äußerst sympathische Weise Familienleben zu beschreiben weiß. Familie ist eben: “Eine gemeinsame Sache“.
In einzelnen Kapiteln erfahren wir vom Leben der Familie Garrett, in einem großen Bogen von 1959 bis heute. Robert und Mercy Garrett haben drei Kinder, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Alice, Lily und David. Sie entwickeln sich ganz anders als gedacht und haben sich scheinbar die völlig unpassenden Partner für ihr Leben ausgewählt. Sehnsüchte und Enttäuschungen finden sich in dieser warmherzig beschriebenen Familie, deren Leben und Alltagsroutinen immer wieder Wendungen nehmen. Sogar bei den Eltern: Mercy beginnt nach dem Auszug der Kinder allmählich ‚auszuziehen‘ und richtet sich ein Atelier ein, wo sie ungestört kreativ und faul sein kann. Wenn dann aber alle Kinder und Enkel zur Lachpastete zusammenkommen, sind alle Konflikte vergessen…
„Die Meisterin des subtilen Familienromans“ schreibt die ZEIT online, und der WDR: „Anne Tyler hat eine wunderbare Art, alltägliche Dinge zu beschreiben.“
Lesevergnügen pur!
Dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy

Was für ein tolles Buch!
Ein neuer kleiner Schatz in meinem Bücherregal!
Nene ist Bademeisterin und in ihrem jungen Leben ist ihr schon viel Elend widerfahren. Dann lernt sie im Schwimmbad Boris kennen und verliebt sich in ihn.
Aber auch er hat ein schwieriges Dasein und eine komplizierte Persönlichkeit!
Diese Geschichte liest sich in eins weg. Nene wächst einem ruckzuck sehr ans Herz und ihre kecke und dennoch weiche Art entzückt, verstört und belustigt.
Dazu die großartige Stoffhaptik des Büchleins… – lovely lovely lovely
Dieses Buch empfiehlt Mirjam Dralle
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Avignon 1328: Der französische Papst Johannes XXII. residiert in aller Pracht, er ist der reichste Herrscher Europas. Überall in der Stadt lauern Gefahren.
Dirk Schümer, Redakteur und Kulturkorrespondent , legt 40 Jahre nach Eccos Weltbestseller einen spannenden modernen historischen Roman vor.
Der deutsche Prediger Eckhart von Hochheim und sein Schüler, der Novize Wittekind, sind von Köln nach Avignon gewandert, um sich der Inquisition zu stellen. Die Stadt ist voller Menschen: auf engstem Raum leben Franzosen, Juden, Reisende und Fremde, vor allem aber Kleriker zusammen. Kurz nach ihrer Ankunft stirbt ein Mann im Kloster an seinen schweren Verletzungen. Wittekind, gelehrt, aber ohne rechten Glauben, ist neugierig geworden und macht sich in den Vierteln auf die Suche. Als er selbst verfolgt und angegriffen wird, ausgerechnet von zwei üblen Mitbrüdern aus Köln, wird ihm und seinem Meister klar, dass es um ein ganz großes Geheimnis geht, denn der Papst ist unersättlich in seiner Gier nach Geld. Das weiß auch der Franziskaner William von Baskerville…
Ein großartiger, breit angelegter und detailgenau erzählter Roman ist Dirk Schümer gelungen. Ein Roman um Religion und Philosophie, über Kirche und Macht und das Verhältnis von Herrschern und Untergebenen. Nicht nur für Rosenliebhaber sehr zu empfehlen!
Dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy
Ostern naht, vielleicht ist eine Lesungskarte ein nettes Geschenk?



Dieses Buch empfiehlt Gesa Reisch

In der Ukraine gibt es viele von ihnen: Frauen, die Eizellen spenden für ein Wunschkind.
Die finnisch-estnische Autorin Sofi Oksanen widmet diesem brisanten Thema ihr neues spannendes Buch: im Hundepark werden nicht nur Hunde ausgeführt, sondern auch Kinder…
Zwei Frauen sitzen in Helsinki auf einer Parkbank und beobachten eine Familie, die sie eigentlich nicht kennen dürften. Olenka und Daria. Olenka ist inzwischen Vizechefin einer Agentur, die Kinderwünsche für reiche Europäerinnen erfüllt, stets auf der Suche nach passenden Spenderinnen, jungen gesunden Frauen aus der Ukraine, denen viel Geld versprochen wird, so wie Daria. Eine Frau, deren Leben nun völlig zerstört ist.
Olenka hat sich selbst einst anwerben lassen, um der Armut ihrer Familie in einem Dorf zu entkommen, den dubiosen Bergbaugeschäften ihres Vaters, den kargen Einkünften aus dem Opiumanbau ihres Bruders. Der Roman erzählt ihre Geschichte der Verletzungen und Enttäuschungen, perspektivisch eng, atmosphärisch dicht. An der Figur Olenka thematisiert Sofi Oksanen die Fruchtbarkeitsindustrie („Babys für die ganze Welt“) und deren Machtverhältnisse. Ihr Roman ist spannender Thriller, der das Kinderglück Wohlhabender mit grellem Licht beleuchtet. Ein eindrucksvolles Buch mit viel Tempo, das aufrüttelt. Denn es geht um Frauen, die für Frauen ihren Körper vermarkten.
Dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy

Die Bücher von Jack Kerouac sind Klassiker und sein größter Erfolg „On the Road“ ist aus der Literaturgeschichte nicht wegzudenken.
Jetzt ist bei Rowohlt eine Neuübersetzung von „The Dharma Bums“ mit dem deutschen Titel „Die Dharmajäger“ erschienen.
1963 erschien dieses Buch schon einmal bei Rowohlt mit dem Titel „Gammler, Zen und hohe Berge“. Ob die Neuübersetzung besser oder nötig war kann vielleicht jeder für sich selbst entscheiden (wer noch einen alte Ausgabe hat kann ja mal vergleichen) – toll ist aber in jedem Fall, dass Kerouacs Werk wieder aus der Vergessenheit geholt wird und neue Aufmerksamkeit bekommt. Es lohnt sich definitiv dieses Buch zu lesen oder auch wieder zu lesen. Zeitlos und wunderbar! Am liebsten packt man gleich seinen Rucksack und zieht los….
Jack Kerouac wäre am 12. März 2022 einhundert Jahre alt geworden.
Dieses Buch empfiehlt Gesa Reisch