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Anja Jonuleit „Wo der Wind die Namen trägt“

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Eine Einladung zu einem Klassentreffen in die Lüneburger Heide und die Erinnerungen werden wach: an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als Täter und Opfer nebeneinander lebten. Anja Jonuleit erzählt in ihrem neuen Roman Geschichten aus einem dunklen Kapitel der Geschichte.

Ingeborg Sundermann ist schon weit über achtzig, als sie in ihre alte Heimat nahe Celle eingeladen wird: ihr Heimatort Miele, der Wald und das Heidekraut wecken nicht nur gute Gefühle. Als Achtjährige hat sie auf ihren Streifzügen durch die Landschaft die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Nun hat ihr alter Schulfreund zufällig Aufzeichnungen einer seinerzeit jungen Journalistin gefunden, die bis 1946 zu den Bewohnern der Heidedörfer und -höfe für eine Chronik recherchiert hat. Und dabei sehr viel Grausames ans Licht gebracht hat. Nicht nur über ihren ehemaligen Geigenlehrer erfährt Ingeborg Ungeheuerliches bei der Lektüre, sondern auch über ihre Mutter, die damals als anerkannte Kinderärztin gearbeitet hat.

Es geht um Schuld, Scham und Täter, die nie oder viel zu spät zur Rechenschaft gezogen wurden, weil Vertuschung und Lügen nach 1945 alltäglich waren. Anja Jonuleit steht für gute und überzeugende Recherche, das hat die Bestsellerautorin längst bewiesen. Bei aller Spannung ist ihr Roman ein wuchtiges Buch gegen das Vergessen und eine bittere Anklage gegen die menschenverachtenden Verbrechen der Nazis. Ein aufrüttelndes Buch!

 

ISBN 978-3-57010606-8    € 24,-