Pascal Engman „Der Clan – Die Straße“

Die Bandenkriminalität in den Großstädten Schwedens ist seit Jahren ein wachsendes Problem. Schusswaffen und brutale Gewalt haben zugenommen. Pascal Engman, der aufstrebende Star der schwedischen Krimiliteratur, widmet seine neue Trilogie diesem ernsten Thema. Der erste Band „Der Clan. Die Straße“ ist erschienen.
Wenn das Gesetz der Straße herrscht, sind die Gesetze einer Demokratie schwach.
Josef bekommt das zu spüren, er wohnt mit seiner Mutter in Sollentuna bei Stockholm, wo die Familie Mansour das Sagen hat. Mit seinem Freund Omar, der schuldlos brutal erpresst wird, steigt er in den Drogenhandel ein. Während Hjalmar, der Streifenpolizist, auf eine ganz eigene Weise gegen das Verbrechen kämpft. Und Zara aus der Clanfamilie nicht das Leben führen darf, das sie sich wünscht.
Auf knapp 600 Seiten entwirft Engman ein gewaltiges Bild einer Lebensrealität, verpackt in einen spannenden Thriller mit überraschenden Wendungen, viel Action und umsichtig entwickelten Charakteren. Gescheiterte Integration, soziale Ausgrenzung, leichter Zugang zu Waffen und einen Staat, der lange weggeschaut hat, sind die Ursachen für diese dunkle Seite in der schwedischen Gesellschaft, in der Moral keine Rolle mehr spielt.
Engmans Buch ist ein engagiertes Projekt, das nachvollziehbar macht, wie rasch Jugendliche kriminell werden können. Sein Krimi soll aufklären und all die Verflechtungen bis hin zu staatlichen Organen zeigen, die dazu geführt haben, dass Schweden eine der höchsten Raten an tödlicher Waffengewalt zu verzeichnen hat.
