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Peggy Mädler „Selbstregulierung des Herzens“

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Wiedervereinigung und die lange Zeit der Teilung Deutschlands sind längst noch nicht verarbeitet, das zeigt sich allenthalben im gesellschaftlichen wie politischen Leben. Die Berliner Autorin Peggy Mädler, 1976 in Dresden geboren, kennt die Brüche und Verschiebungen, welche das Zusammenbringen zweier entgegengesetzter Systeme mit sich brachte. Und hat nun einen äußerst bemerkenswerten Roman dazu geschrieben.

In genau gesetzter Prosa, mit wunderbaren Naturbeschreibungen und konzentrierten Skizzen der Hauptfiguren, erleben wir in diesem Roman ein ganzes Panorama diverser Leben von den 60er Jahren bis heute in der ehemaligen DDR: im Mittelpunkt Georg, der als Programmierer arbeitet und aus einem Arbeiterhaushalt stammt, und die Grafikerin Mona, die beide mit ihren Familien und Freunden ein entspannteres Leben jenseits der Großstadt und den Systemzwängen in einem Dorf in Brandenburg suchen. Beide verbindet eine unerfüllte Liebe.

Während Georg bald Zweifel an den Idealen hat und erkennt, dass das ökonomische System weder der Planung noch den Bedürfnissen gerecht werden kann und sich zurückzieht, sammelt Mona Freunde um sich, um ein gesellschaftliches Netzwerk aufzubauen. Doch welchen Einfluss hat eine Lochkarte auf das Leben einzelner, und wie lebt man mit Kontrollen und Zwängen, mit Überwachung?

Peggy Mädlers Roman ist ein großartig angelegter Roman über Liebe und Kybernetik in der DDR, über Ideale und Enttäuschungen, über Anpassung und Resilienz. Behutsam, aber mit all ihren Widersprüchen zeichnet die Autorin ihre Figuren, ohne zu werten. Quasi von ‚innen‘ lernen wir diese Menschen kennen, ihre Gefühle, ihr Denken, ihre Herausforderungen im Leben, ihre Suche nach Nähe und die Erfahrung von Entfremdung. Ein beeindruckendes und bewegendes Buch, das viele Betrachtungsweisen offenlegt.

ISBN 978-3-86971335-9   € 23,-

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