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Am 3. Adventssamtag

                                     10.12.2016

                                               sind wir von

                                 10 Uhr bis 18 Uhr

                                                 für Sie da.

Unsere persönlichen Buchempfehlungen

Mechtild Borrmann "Trümmerkind"

Als ich erfahren habe, dass von Mechtild Borrmann das Buch "Trümmerkind" erscheint, war ich etwas skeptisch, da Cay Rademacher vor Jahren schon einmal ein Buch mit dem Titel "Trümmermörder" herausgebracht hat. Dies Buch hat mir schon gut gefallen und wenn dann ein weiteres Buch mit dem gleichen Thema erscheint, ist es of schwer zu toppen.

 

Mechtild Borrmann gelingt dies ausgezeichnet. Sie verknüpft Spannung und historisches Zeitgeschehen perfekt und bringt uns mit der Geschichte des Findelkinds Hanno Dietz die Geschichte des zerstörten Hamburgs 1946/1947 näher.

 

Mich hat die Geschichte so sehr bewegt, dass wir gleich die Autorin zu einer Lesung am 2.03.17 um 19.30 Uhr zu uns eingeladen haben.

 

Meine Empfehlung, das Buch unbedingt lesen und dann zur Lesung kommen.

ISBN 978-3-42628137-6  € 19,99     dieses Buch empfiehlt Dirk Eberitzsch

 

 

 

 

 

 

Johannes Bähr "Werner von Siemens"

Er gilt bis heute als Vater der Elektrotechnik und wurde am 13.12.1816 in Lenthe geboren – übrigens als drittältester von elf Brüdern: Werner Siemens (das „von“ kam erst 1886, ebenso spät wie seine Liebe zum Harz) hat wie kein zweiter deutscher Firmengeschichte geschrieben, als Erfinder, Unternehmer, Familienmensch und Akademiemitglied. Anlass genug für eine neue Biographie über diesen „deutschen Edison“, der seinen Erfolg auch seinen Brüdern Wilhelm und Carl verdankte, wie Unternehmenshistoriker Johannes Bähr konstatiert.

Reiches Material für sein Buch fand er u.a. in Tausenden erhaltener Briefe – geschäftliche wie private – der drei Brüder. Das Unternehmen – die heutige Siemens AG - gründete Werner Siemens 1847: zu Beginn gab es nur eine kleine Werkstatt und ein frisch patentierter Telegraphenapparat – ein Startup sozusagen. Drahtisolierungen und Wassermesser kamen hinzu, ebenso wie der Dynamo. Man wurde schnell preußischer Monopollieferant und schließlich zu einem internationalen Unternehmen in Sachen Elektrotechnik. Als elektrotechnischer Großbetrieb war Werner von Siemens ein Pionierunternehmer, übrigens war auch die erste elektrische Straßenbahn eine Erfindung von Siemens.

 

Johannes Bähr hat eine bemerkenswerte Biographie geschrieben: fundiert, gut recherchiert und durch das reiche Bildmaterial auch ein idealer Band zum Schmökern!

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ISBN 978-3-406698-20-0     € 29,95      dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy

 

 

 

 

Simon Beckett "Totenfang"

 

Eine Wasserleiche wird vor der Küste von Essex geborgen, und Hunter wird zu diesem Fall hinzugezogen, da er eben der Experte im Interpretieren toter Körper ist. Der Kleidung nach handelt es sich um den Sohn eines reichen (starrköpfigen) Mannes, der eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben soll, die verschwunden ist. Hunter findet kurz darauf einen Fuß und schließlich noch eine Leiche und lernt die Familie Andrew Trask kennen, die in diese schrecklichen Funde verwickelt ist. Ihr Angebot, in ihrem Bootshaus zu wohnen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, nimmt er nur zu gern an, obwohl die Familie ihm sehr unfreundlich begegnet. Die Schwemmlandschaft, in der Hunter und die Polizei unter schwierigsten Bedingungen ermitteln müssen, tut ein Übriges zu dem schaurigen Szenario, dass diesen neuen Fall um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter umgibt.

 

Simon Beckett hat wiederum einen sehr spannenden Thriller geschrieben, in bester englischer Erzähltradition. Bis zum Schluss wird der Leser immer wieder aufs Neue durch die Ermittlungen überrascht und in Atem gehalten. Ein Krimi der Extraklasse, der aber auch ruhige Momente hat, in denen das Zwischenmenschliche ausgelotet wird. Und: am Ende ist Dr. Hunter verliebt!

Der fünfte Fall um Dr. Hunter – endlich!

 

ISBN   978-3-80525001-6  € 22,95      dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy

 

 

 

 

Martha Brockenbrough "Das Spiel von Liebe und Tod"

Cleopatra und Anthony, Helena von Troja und Paris, Romeo und Julia – jeder kennt ihre Geschichten und jeder weiß, dass sie nicht gut ausgingen. Doch was niemandem klar ist: Sie alle waren lediglich Figuren in einem Spiel, das sich ein ums andere Mal wiederholt. Dahinter stecken niemand Geringeres als die Liebe und der Tod, die im ewigen Wettstreit miteinander liegen und sich nun für eine neue Runde rüsten. Von ihnen als Spieler ausgewählt wurden Flora, eine farbige Jazzsängerin aus ärmlichen Verhältnissen, und Henry, Adoptivsohn einer weißen, reichen Familie mit den besten Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg. Zu ihrem Unglück leben die beiden im Seattle der 30er Jahre, wo eine Liebe zwischen einem privilegierten Weißen und einer Farbigen gänzlich unmöglich scheint – und doch zieht es sie unweigerlich zueinander. Sowohl Liebe als auch Tod geben ihr Möglichstes, um das Spiel in ihrem Sinne zu beeinflussen, doch auch sie können bald nicht mehr vorhersehen, was geschehen wird. Sollte dieses Mal – allen unmöglichen Umständen zum Trotz – etwa tatsächlich zum ersten Mal die Liebe gewinnen? Oder anders gefragt: Kann die Liebe wirklich stärker sein als der Tod? Atemberaubend schön geschrieben, mit einer Handlung, die so fesselnd ist, dass man als Leser nicht mehr zur Ruhe kommt.  

 

Empfohlen ab 14 Jahren

 

ISBN 978-3-7855-8262-6     € 18,95     dieses Buch empfiehlt Jessica Rischmüller

 

 

 

 

Hannah Rothschild "Die Launenhaftigkeit der Liebe"

Die Familie Rothschild zählt zu den einflussreichsten Bankiers Europas im 19. Jahrhundert. Hannah Rothsschild entstammt dieser Familie, seit Jahren arbeitet sie als Kuratorin berühmter Museen und hat den Vorsitz des Aufsichtsrates der Londoner National Gallery inne. Sie kennt sich also aus mit der Szene, und hat darüber nun einen unterhaltsamem wie spannenden Roman geschrieben. Annie ist Köchin bei einer sehr reichen Kunsthändlerfamilie in London. Als sie in einem Trödelladen ein angestaubtes Bild entdeckt, das ihr sehr gefällt, kauft sie es spontan für kleines Geld. Auf den Rat eines Freundes hin zeigt sie ihr Bild einer Restauratorin, die einige Übermalungen feststellt, bis allmählich klar wird, dass es sich um ein frühes Bild des französischen Rokoko-Malers Watteau handeln muss. Ein Bild, das bereits durch die Hände von Päpsten und Königen gegangen ist. So ist es nur natürlich, dass eine spannende Jagd beginnt, denn Annies Bild weckt Begehrlichkeiten bei einigen skrupellosen Kunsthändlern, die alles tun würden, um dieses Bild zu bekommen.

„Die Launenhaftigkeit der Liebe“ ist ein wirklich sehr unterhaltsamer Roman aus der Kunst-Szene, bezieht auch seine Stärke aus dem Wissen der Autorin, ihrer ungemein vielseitigen Kenntnisse der Kunstgeschichte und ihren unbedingt echten Einblicken in den Kunsthandel.

Auch das Sinnliche kommt nicht zu kurz: sehr gutes ausgefallenes Essen und die Liebe runden diesen Kunst-Roman ab, schließlich geht es ja um „Die Launenhaftigkeit der Liebe“!

 

ISBN  978-3-42104713-7    € 21,99      dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy

 

 

 

 

 

 

 

 

Isabel Abedi "Die längste Nacht"

Vita hat gerade ihr Abi gemacht und fährt nun los auf die lange geplante Europa-Reise mit Ihren zwei besten Freunden. Im VW-Bus machen sich die drei auf in Richtung Italien und entfliehen so auch Vitas kaltem Elternhaus. Weit kommen Sie allerdings nicht, denn in einem Dorf in der Toskana überkommt Vita ein seltsames Déja-Vue: Sie ist sich sicher, an diesem Ort schon einmal gewesen zu sein. Sie entscheidet sich zu bleiben, um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Und wirklich: schnell lernt sie Menschen kennen, die sie offensichtlich als Kind kannten, aber keiner will mit der Wahrheit herausrücken. Doch Vita bleibt hartnäckig und kommt schließlich hinter ihre lange verborgene eigene Geschichte...

 

Isabel Abedi ist wieder ein spannender Roman gelungen, der nicht nur Jugendliche in seinen Bann ziehen wird. Die Toskana als Schauplatz bringt ein tolles Sommer-Feeling und die Charaktere sind lebensnah und echt.

 

Unbedingt zu empfehlen! Empfohlen ab 14 Jahren.

 

 ISBN  978-3-401-06189-4    € 14,99       dieses Buch empfiehlt Denise Rieger

 

 

 

 

Mark C. Schneider "Volkswagen"

Er läuft und läuft und läuft...so hieß es früher über den Volkswagen Käfer. Volkswagen steht für eine der größten deutschen Erfolgsgeschichten, aber auch für ein Stück deutscher Geschichte und natürlich für einige Skandale.

Der VW ist die Stammmarke der Volkswagen AG in Wolfsburg, inzwischen sind einige erfolgreiche Automarken dazugekommen. Mit dem Volkswagen verbindet sich die Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg, der legendäre Käfer war über Jahrzehnte internationaler Exportschlager.

Aber auch einige Skandale haben für Schlagzeilen gesorgt wie zuletzt die Abgasaffäre und natürlich die Auseinandersetzungen, die mit innerfamiliären Machtkämpfen zu tun haben. Die Familienholdung Porsche SE in Stuttgart gehört mit 52,2 % der Stammaktien die Mehrheit am Volkswagen-Konzern. Die patriarchalischen Zeiten à Piëch und Winterkorn sind vorbei, meint Mark C. Schneider, ein Konzern muss sich technisch wandeln und den neuen – immer auch politischen Gegebenheiten – anpassen. Mark C. Schneider, Wirtschaftsjounalist und Autor, war lange Zeit Pressesprecher des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Hannover. Er hat achtzig Jahre Geschichte des Volkswagen-Konzerns hier in seinem Buch versammelt:  langjährige Recherche, unzählige Gespräche und Interviews gingen voraus. Ein spannendes Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte, die eng mit Niedersachsen verflochten ist. Dieselgate wird alles verändern – hoffen wir, dass es dann noch läuft und läuft und läuft ...

 

ISBN 978-3-82701322-4    € 22,-      dieses Buch empfiehlt Ulrike Groffy

 

 

 

 

Kit de Waal "Mein Name ist Leon"

England 1981.

Der farbige Leon ist 9 Jahre alt, als seine alleinerziehende Mutter ein weißes  Baby mit Namen Jake, zur Welt bringt. Kurz darauf wird Mutter Carol, gänzlich überfordert vom Leben, von einer heftigen Depression erfasst.

Sie hütet meist schlafend das Bett und Leon kümmert sich derweil voller Zuneigung um seinen kleinen Bruder. Irgendwann wird jedoch das Sozialamt aufmerksam und trennt die Familie.

Jake und Leon bekommen eine Pflegemutter, Maureen. Alles scheint gut zu werden, doch dann wird der weiße Jake adoptiert und Leon bleibt allein zurück. Ein farbiges Kind hat kaum eine Chance auf Adoption.

Die gutherzige doch schwerkranke Maureen und die Sozialarbeiter versprechen ihm immer wieder, dass er Mutter und Bruder wiedersehen wird.

Doch Leon fühlt sich schlecht behandelt und unverstanden, Verzweiflung und Wut gären in ihm. Er will gegen das vermeintliche Unrecht ankämpfen.

Aus Protest stiehlt er Geld aus Maureens Portmonee und plant, seinen Bruder eines Tages zu sich zu holen und sich um ihn zu kümmern.

Die Thematik der Rassendiskriminierung im England der frühen 80er Jahre wird in die Geschichte mit eingeflochten. Leon gerät in eine Straßenschlacht, als er sich aufmacht, um seinen Bruder zu holen...

Als Leser leidet und fühlt man mit Leon, dessen Leben aus den Fugen geraten ist. Das Geschehen wird konsequent und sehr stilsicher aus Sicht und in der Sprache von Leon erzählt.

Dadurch ist der Roman unglaublich authentisch und berührend, hin und wieder lässt einen Leon's kindliche Naivität auch schmunzeln.

Und so viel sei verraten:

Das Ende des Romans lässt die Hoffnung zu, dass Leons Weg eine positive Richtung nehmen wird.

Ein wunderbares und packendes Buch!

 

ISBN    978-3-49927230-1   € 14,99     dieses Buch empfiehlt Mirjam Dralle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Philip Kerr "Die Hand Gottes"

Nach dem lesenswerten "Wintertransfer" ist dies der zweite Roman um den Cheftrainer des fiktiven Vereins London City, Scott Manson, und auch diesmal ist Scott nicht nur Trainer sondern gleichzeitig unfreiwilliger Ermittler: Während eines Champions League Spiels im heißen Athen stirbt sein russischer Topstürmer. Was zunächst nach Herzversagen aussieht, erscheint in ganz anderem Licht, als eine tote Frau aus dem Hafenbecken von Piräus gezogen wird. Sie entpuppt sich als Mitarbeiterin eines Begleitdienstes mit Verbindungen zum verstorbenen Fußballer und schon sind Scotts Qualitäten als Detektiv gefragt. Da die griechische Polizei die ganze Mannschaft samt Betreuungsstab sowieso nicht in die Heimat zurückreisen lässt, nutzt Scott die Zeit, recherchiert und ermittelt und kommt dem Täter (selbstverständlich) auf die Spur.

 

Wie auch im ersten Fußball-Thriller Kerrs kommen bei alldem die Funktionäre und Hintermänner des Fußballs nicht besonders gut weg und man erhält einen unschönen Einblick in das, was jede/r sowieso schon wusste: Um Sportliches geht es eigentlich nur am Rande, viel wichtiger sind diverse Eitelkeiten und - wer hätte das gedacht - der schnöde Mammon...

 

Sehr interessant sind auch die Einblicke in die griechische Gesellschaft und ihre vielfältigen Probleme und erschreckend die Beschreibung der Feindschaften, die zwischen Fans rivalisierender Teams bestehen und von sportlichem Denken ebenfalls meilenweit entfernt sind.

 

All das ist super recherchiert von Philipp Kerr und mit viel Insiderwissen flott formuliert - ein großer Lesespaß, auch wenn nicht viele Illusionen bleiben!

 

ISBN 978-3-60850139-1    € 14,95   dieses Buch empfiehlt Silvia Engel (WeinLese)

 

 

 

 

 

 

 

Anne Freytag "Mein bester letzter Sommer"

Die 17-jährige Tessa ist wütend. Ihr Leben lang hat sie gezögert, gewartet und auf eine perfekte Zukunft hingearbeitet, nur um jetzt zu erfahren, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Tessa ist sicher, dass sie keine Chance hat, die verpassten Erfahrungen in so kurzer Zeit nachzuholen – bis sie Oskar trifft.

Oskar, der sie komplett aus der Bahn wirft und alles vergessen lässt; der weiß, dass er Tessa nur allzu schnell wieder verlieren wird und trotzdem bereit ist, sich in sie zu verlieben... und der ihr den perfekten letzten Sommer schenkt.

Ein unglaublich schönes Buch, das sowohl sprachlich als auch inhaltlich ans Herz geht. Man hat das Gefühl, dass jede einzelne Seite dem Leser förmlich entgegenschreit, dass unsere Zeit auf diesem Planeten kostbar ist, selbst wenn – oder vielmehr erst recht wenn – wir diese nur noch in Tagen oder Wochen messen können.

 

Für Jugendliche ab 14 Jahren.

 

ISBN 978-3-453-27012-1      € 14,99    dieses Buch empfiehlt Jessica Rischmüller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sven Stricker "Sörensen hat Angst"

Das gab es noch nie in der mannigfaltigen Krimiszene: Einen Kommissar mit einer ausgeprägten Angststörung, der sich – nach Trennung und ausgeprägter Leidenszeit – von der Weltstadt Hamburg in die Provinz versetzen lässt. Hier in Nordfriesland im fiktiven Katenbüll erhofft er sich eine beschauliche Diensterfüllung, stressfrei und ohne große Anforderungen, denen er sich trotz fortlaufender Medikamenteneinnahme und absolvierter Therapie nicht gewachsen fühlt.

Doch kaum eingetroffen, ist bereits der erste Tote zu beklagen: Der Bürgermeister des Städtchens wird erschossen aufgefunden und – soviel sei verraten – dies ist nicht der letzte Todesfall, der KHK Sörensen um den Schlaf bringen wird....

Und auch sonst kann von dem erhofften beschaulichen Dienstort nicht wirklich die Rede sein: Die Wurstfabrik mit dem passenden Namen „Fleischeslust“ bestimmt die Geschehnisse im Ort mit nicht immer legalen Mitteln, häusliche Gewalt, Steuerhinterziehung und Schlimmeres kommen im Laufe der Ermittlungen zutage.

Sven Stricker ist mit diesem Roman eine schwierige Gratwanderung gelungen: Liebevoll-ironisch und mit sehr viel Situationskomik zeichnet er seine Figuren; der Krimi ist teilweise ausgesprochen komisch und unterhaltsam sowieso. Andererseits zeichnet er ein eher trostloses Bild: Abgesehen davon, dass es im grauen Nordfriesland wohl permanent regnet, zeigt sich sehr schnell, dass sich das Grauen hinter jeder noch so biederen und glatten Fassade verstecken kann.

 

Ein unbedingt empfehlenswerter Roman mit vielen skurrilen und gut gezeichneten Charakteren, denen ich auf jeden Fall gern bald wieder begegnen möchte! FORTSETZUNG ERWÜNSCHT!!!

 

ISBN 978-3-49927118-2  € 9,99      dieses Buch empfiehlt Silvia Engel (WeinLese)

 

 

 

 

Sebastian Fitzek "Das Joshua-Profil"

Was wäre, wenn es Personen gibt, die bereits wissen, was du morgen tun wirst?

Die wissen, dass du schon bald ein Verbrechen begehen wirst, obwohl du selber noch nicht mal im Entferntesten daran gedacht hast? Und was wäre, wenn diese Personen alle möglichen Mittel einsetzen würden, um dich davon abzuhalten?

 

Das Leben von Max Rhode nimmt eine mehr als unglückliche Wendung, als seine Pflegetochter Jola entführt wird. Und plötzlich taucht auch noch sein Bruder Cosmo auf, der eigentlich in Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzen sollte.

Zusammen mit seinem vorbestraften Bruder macht sich Max auf die Suche nach Jola. Hat das Verschwinden seiner Pflegetochter etwa mit dem mysteriösen Anruf zu tun, der ihn vorher erreichte?

Wem kann er trauen? Und wer oder was steckt eigentlich hinter dem Joshua-Profil, vor dem er ausdrücklich gewarnt wurde?

 

Fitzek schafft es mit seinem temporeichen und detaillierten Schreibstil den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. „Das Joshua-Profil“ greift außerdem aktuelle politische und soziale Themen auf, ohne belehrend zu wirken.

Ein gut recherchierter Thriller, voller unvorhersehbarer Wendung und einem überraschenden Ende!

 

ISBN 978-3-78572545-0  € 19,99      dieses Buch empfiehlt Danica Hofmann

 

 

 

Deon Meyer "Icarus"

"Fremdgehen ohne Stress" - so lautet das Motto der vermeintlich genialen Geschäftsidee des Südafrikaners Ernst Richter. Seine Firma "Alibi" hilft Menschen ihre Partner zu betrügen und unentdeckt davonzukommen. Als Richter stranguliert am Strand gefunden wird, stehen die Verdächtigen Schlange.

Bennie Griessel, Leserinnen und Lesern von Deon Meyers Kriminalromanen bestens bekannt, arbeitet mit einer Sonderkommission an dem Fall, hat aber eigentlich mit ganz anderen Dämonen zu kämpfen. Als trockener Alkoholiker wird er komplett aus der Bahn geworfen, als ein Kollege sich selbst und seine Familie erschießt. Bennie beginnt wieder zu trinken und ist hauptsächlich damit beschäftigt, sich Alkohol zu organisieren und beim Konsumieren nicht entdeckt zu werden.

 

In einem zweiten Handlungsstrang lernen wir den Winzer du Toit kennen. Er erzählt seiner Anwältin die Geschichte seiner Familie und seines Weingutes und ist offensichtlich in den Richter-Fall involviert, obwohl zunächst nicht deutlich wird, wie alles zusammenhängt.

Aber: Gewohnt versiert und spannend entwickelt Deon Meyer seine Geschichten und führt sie am überraschenden Schluss gekonnt zusammen.

Ein weiterer südafrikanischer Krimi der Extraklasse - vielschichtig und klug - lesenswert!

 

ISBN 978-3-35200671-5             € 19,99      dieses Buch empfiehlt Silvia Engel (WeinLese)

 

 

 

 

 

 

 

Samuel Bjørk "Engelskalt"

In Norwegen wird ein seit Tagen vermisstes, sechsjähriges Mädchen tot aufgefunden.

Sie trägt maßgeschneiderte Puppenkleider, einen gefüllten Schulrucksack und wurde so für die „Einschulung“ zurechtgemacht, erhängt.

Kommissar Holger Murch muss sich die Hilfe seiner ehemaligen Kollegin sichern, die sich allerdings auf eine Insel zurückgezogen hat, um ihrer Zwillingsschwester in den Tod zu folgen.

Als sie die Aufnahmen des Mädchens sieht, entdeckt sie ein bisher nicht erfasstes Detail, welches darauf schließen lässt, dass es nicht bei nur einem Opfer bleiben wird.

 

Von Anfang an schafft Bjørk eine düstere Stimmung, obwohl er entgegen dem momentanen Trend, keine brutalen und blutigen Szenen beschreibt, sondern eher durch verschiedene Handlungsstränge und deren Verknüpfungen ein bedrückendes Gesamtbild erzeugt.

Ein spannender und komplexer Thriller, der selbst zum Ende hin noch überrascht und definitiv Lust auf mehr macht.

ISBN  978-3-44248225-2  € 12,99   dieses Buch empfiehlt Karo Leinemann